Das Eck zum über das Viertel plaudern

In Dresden wurden 2006 alle kommunalen Wohnungen verlauft. Es hieß, Dresden sei nun Schulden frei. Aber das Geschäft war eine Milchmädchen Rechnung und viele Abgeordnete wünschten heute, es nicht gemacht zu haben. Die Stadt selbst hat jetzt keine Möglichkeit, soziale Wohnungen zu vergeben, weil sie keine besitzt oder über das Baugeschehen Einfluss zu nehmen. Die WOBA war damals selbst Schuldenfrei. Sie brachte dem Stadtsäckchen jährlich mehr als 10 Millionen Euro ein. Heute hat die Stadt nur noch einen kleinen Gewinn aus den Stadtwerken, die zu 49 Prozent aber auch privatisiert wurden. Der Oberbürgermeisterin Wilma Orosz (seit 2008), selbst Volkswirtin, hat nun gerechnet. Sie orientiert darauf, die Stadtwerke wieder in die Hände der Stadt zurück zu kaufen

Und am liebsten würde sie auch die 48 000 Wohnungen, die damals regelrecht verschleudert wurden, zurück haben wollen. Hinzu kommt, dass der neue Besitzer, Hedgefonds Fortess, bereits einen Teil der Wohnungen weiter verkauft hat, obwohl in einer 2006 unterzeichneten Sozialcharta der Stadt zugesichert wurde, vor einem Weiterverkauf die Mieter zu fragen, ob sie die Wohnung kaufen würden. Die 48 000 Wohnungen, diverse Büroräume, geräumige große Innenhöfe, Freiflächen und Parkflächen wurden damals für angeblich 1,74 Milliarden Euro verkauft. Die Stadt hat aber nur 982 Millionen Euro bekommen. Unklar ist auch, wo der Rest des Geldes geblieben ist.